Die Rezession erreicht auch die Sensorik
War in der Sensorik das Jahr 2008 insgesamt noch durch eine Umsatzsteigerung von ca. 3 % gekennzeichnet, so zeichnete sich schon gegen Jahresende eine deutliche Tendenz zu Umsatzeinbrüchen ab. Im Rahmen einer neuen Mitgliederumfrage hat der AMA Fachverband für Sensorik nun ermittelt, dass der Branchenumsatz im 4. gegenüber dem 3. Quartal 2008 um ca. 9 % und im 1. Quartal 2009 gegenüber dem 4. Quartal 2008 noch einmal um ca. 11 % eingebrochen ist.
Schon bei der Veröffentlichung der Jahresergebnisse 2008 auf dem AMA Fachpressetag im Februar 2009 zeigte sich, dass die präsentierten Zahlen von der Wirklichkeit überholt waren. Da in den Wirtschaftsmedien zudem widersprüchliche Aussagen zur weiteren Entwicklung gemacht wurden, entschloss man sich im AMA Fachverband für Sensorik e.V., umgehend eine neue Quartalsumfrage zu starten und den Mitgliedern verlässliche Zahlen für die Branche zur Verfügung zu stellen. Wenn sich dann die Situation wieder beruhigt, dann könnte die Umfrage durchaus auch wieder eingestellt werden.
Wie notwendig diese neue Umfrage ist - sie erfasste für die beiden jetzt abgefragten Quartale etwa 15 % der Branche und kann als repräsentativ angesehen werden - zeigte sich bereits beim Trend vom 3. Quartal 2008 bis zum 1. Quartal 2009, ist doch der Umsatz um fast 20 % zurückgegangen und hat damit ein Niveau erreicht, auf dem die mitteleuropäische Sensorik bereits Mitte 2006 lag. Dabei ist auffällig, dass für die beiden abgefragten Quartale die ganz kleinen Firmen noch Zuwächse von über 6 % vermelden konnten. Die Firmen mit 11 - 50 Mitarbeiter schnitten mit jeweils -5 % ebenfalls noch deutlich besser ab als die größeren Firmen, die im letzten Quartal 2008 durchschnittlich -9,5 % und im ersten Quartal 2009 ca. 13 % Minus verkraften mussten. Dementsprechend gab es auch nur wenige größere Firmen, die sich nicht zu einer Anpassung ihrer Jahresplanungen gezwungen sahen.
Ein derart massiver Einbruch in der Umsatzentwicklung kann nicht ohne Auswirkung auf die Kapazitätsplanung bleiben. Dabei erfolgte im vergangenen Jahr der Umschwung bekanntlich mit einer nie erlebten Dynamik, wurden in der Sensorik doch 2008 noch insgesamt ca. 5.500 Arbeitsplätze neu geschaffen und die neuen Mitarbeiter mit entsprechendem Aufwand eingearbeitet. Damit genau dieser Aufwand nicht unnötig war, wurde - wohl in der Breite über alle Firmen erstmalig in der Sensorik - besonders intensiv vom Instrument der Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Wurde im letzten Quartal 2008 nur sehr vereinzelt Kurzarbeit angemeldet, so waren in der Hochrechnung im ersten Quartal 2009 ca. 14 % aller Mitarbeiter in der Sensorik betroffen, und ca. 30 % der verfügbaren Kapazitäten wurden durch Kurzarbeit abgedeckt. Selbst bei den ganz kleinen Sensorikfirmen mit bis zu 10 Mitarbeitern war im ersten Quartal fast jeder zehnte Arbeitsplatz von Kurzarbeit betroffen, und die mittelgroßen Firmen meldeten für jeden dritten Mitarbeiter Kurzarbeit an.
Gibt es gerade im Hinblick auf die letzten Wochen auch einige Hinweise, dass sich die dramatische Auftragseingangsentwicklung - und dann mit einer Zeitverzögerung auch die Umsatzentwicklung - in der Sensorik auf dem jetzt erreichten niedrigen Niveau stabilisieren könnte, so muss sich erst noch über die Umfrage zum Ende des jetzigen Quartals zeigen, ob sich daraus eine Tendenz zur Wende ableiten lässt.
Göttingen, 28. April 2009
Die Pressemitteilung finden Sie hier.
Ansprechpartner: Dr. Dirk Rein
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