AMA Innovationspreis 2018 mit zwei Siegerteams

AMA Innovationspreis 2018
AMA Innovationspreis 2018
AMA Innovationspreis 2018

Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik (AMA) zeichnete  zwei Entwicklerteams mit dem AMA Innovationspreis 2018 auf der SENSOR+TEST 2018 in Nürnberg aus.

Die Jury, die sich aus Vertretern aus Wissenschaft und Industrie zusammensetzt, bescheinigt beiden Einreichungen hochinnovative Lösungsansätze bei deutlich erkennbarer Marktrelevanz. Das Preisgeld von 10.000 Euro ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an den miniaturisierten und hochintegrierten Umweltsensor BME680 der Bosch Sensortec GmbH und an das Thermometer itherm TrustSens TM37x mit automatischer in situ Kalibrierfunktion von Endress+Hauser und der TU Ilmenau. 

 

Bosch BME680 - erster miniaturisierter, chemischer Gassensor

Der Bosch BME680 ist das erste integrierte 4-in-1 Sensormodul, der einen Druck-, Temperatur- und Feuchtesensor mit einem MEMS Gassensor kombiniert. Im Bereich CE & IoT Anwendungen wurde damit eine neue Messgröße erschlossen. Ausgangslage der Innovation waren hohe Anforderungen im CE- und IoT-Markt gegenüber dem technischen Stand, insbesondere hinsichtlich Systemintelligenz, Baugröße, Leistungsaufnahme, Zuverlässigkeit sowie Industrialisierung & Skalierbarkeit der Fertigungsvolumen. Bislang waren dies wesentliche Hindernisse für die Etablierung der chemischen Messgröße Gas im industriellen Maßstab und für die Massenproduktion. Heute sind bereits erste Geräte im Bereich IoT und Smart Home mit dem BME680 auf dem Markt verfügbar. 

Die Jury und der AMA Verband gratulieren dem Entwicklerteam: Dr. Richard Fix, Dr. Thomas Block, Dr. Herbert Verhoeven und Kollegen (Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen)

Thermometer mit automatischer in situ Kalibrierfunktion im Prozess

Die zweite prämierte Innovation ist das itherm TrustSens TM37x, ein Thermometer mit automatischer in situ Kalibrierfunktion im Prozess. In seinen Messeinsatz ist zusätzlich zum Widerstandssensor ein ferroelektrisches Referenzelement mit bekannter Curie-Temperatur als Temperaturnormal integriert. Wird durch die Prozesstemperatur eine Phasenumwandlung ausgelöst, wird die Messabweichung des digitalen Temperaturwerts zur Curie-Temperatur bestimmt und das Thermometer kalibriert. Die automatische, rückwirkungsfreie Kalibrierung erfolgt ohne Ausbau des Thermometers direkt im Prozess. Aufwand und Kosten für Kalibrierungen werden so deutlich reduziert. 

Die Jury und der AMA Verband gratulieren dem Entwicklerteam: Dr. Pavo Vrdoljak, Christian Stöger, Michael Korn, Harald Bründl, Alfred Umkehrer (Endress+Hauser GmbH+Co KG, Nesselwang) und Dr. Marc Schalles (Technische Universität Ilmenau) 

Zwei Sonderpreise für ‚Junge Unternehmen‘

Der Sonderpreis in der Kategorie ‚Junge Unternehmen 2018‘ ging ebenfalls an zwei Entwicklerteams. Das Team um Dr. Matthäus Langosch (CeLaGo Sensors GmbH, Saarbrücken) überzeugte mit einem Dünnschicht-Folien-Dehnungsmessstreifen. Das Team um Houssam El Moutaouaki (SENVISYS GmbH, Saarbrücken) gewinnt mit der Entwicklung einer effizienten Sicherung von Bahnübergängen durch Vibrationsanalyse. Beide Entwicklerteams erhielten als Sonderpreis einen kostenfreien Messeauftritt auf der SENSOR+TEST 2018. 

Sensorik und Messtechnik als Innovationstreiber der Technik

„In diesem Jahr erreichten uns 34 Einreichungen aus dem In- und Ausland, die Entwicklungen sind innovativ, originell und meist sehr marktrelevant. Die beiden Gewinnerprojekte überzeugten die Jury zusätzlich mit wissenschaftlich herausragenden Lösungen und einem deutlich erkennbarem Nutzen“, erklärt der Juryvorsitzende Professor Andreas Schütze von der Universität des Saarlandes. „Gewinner insgesamt sind aus meiner Sicht immer die Anwenderindustrien, da viele der eingereichten Lösungsansätze aus Sensorik und Messtechnik die Innovationstreiber des technischen Fortschritts sind“, sagt Schütze weiter. 

Broschüre mit allen Einreichungen 2018

Der AMA Innovationspreis zählt seit Jahren zu den renommiertesten Preisen in der Sensorik und Messtechnik und wird jährlich vom AMA Verband ausgelobt. Alle akzeptierten Einreichungen werden mit einer Kurzbeschreibung der Innovation in der Broschüre ‚AMA Innovationspreis 2018 – Die Bewerber‘ veröffentlicht, die online heruntergeladen werden kann. 

Bewerbungen für den Innovationspreis 2019

Bewerbungsformulare für den AMA Innovationspreis 2019 stehen ab Oktober 2018 online zur Verfügung. Bewerben können sich Einzelpersonen oder Entwicklerteams aus Firmen und Instituten. Weitere Informationen unter: www.ama-sensorik.de. 

Vier Teams für den AMA Innovationspreis 2018 nominiert

Übersicht aller bewerber

Nominierungen AMA Innovationspreis 2018


In diesem Jahr bewarben sich 35 Forscher- und Entwicklerteams aus dem In- und Ausland um den renommierten AMA Innovationspreis. 

Nominiert für den AMA Innovationspreis 2018 (in alphabetischer Reihenfolge):

Bosch BME680, erster miniaturisierter, chemischer Gassensor

Dr. Richard Fix, Dr. Thomas Block, Dr. Herbert Verhoeven, Dr. Tarek Zaki, Dr. Patrick Sonstroem, Dr. Andreas Menzel, Dr. Frank Rettig, Dr. Stefan Zehringer, Dr. Isolde Simon, Dr. Pascal Gieschke, Dr. Tobias Frey, Aibin Paul Lazar, Dr. Christoph Brueser, Alexandros Ninos, Thomas Claus, Lu Ye, Dr. Michael Knauss, Jonathan Balewski, Bassem Baffoun, Jochen Eitel, Dr. Uwe Bolz, (Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen) 

Der Bosch BME680 ist weltweit das erste integrierte 4-in-1 Sensormodul mit MEMS Gassensor. Im Bereich CE & IoT Anwendungen wurde damit eine neue Messgröße erschlossen. Ausgangslage der Innovation waren hohe Anforderungen im CE- und IoT-Markt gegenüber dem technischen Stand, insbesondere hinsichtlich Systemintelligenz, Baugröße, Leistungsaufnahme, Zuverlässigkeit sowie Industrialisierung & Skalierbarkeit der Fertigungsvolumen. (Broschüre S. 7)

Coriolis Durchflussmessgerät - Promass Q mit Multi-Frequenz-Technologie

Dr. Hao Zhu, Dr. Alfred Rieder, Gerhard Eckert, Ennio Bitto, Dr. Wolfgang Drahm, Dr. Martin Anklin (Endress + Hauser Flowtec AG, Reinach)

 

Die Multi-Frequenz-Technologie (MFT) erweitert das Anwendungsspektrum von Coriolis Durchflussmessgeräten auf Strömungen mit Gaseinschlüssen. Die MFT bestimmt Massenstrom und Dichte bei zwei verschiedenen Schwingungsfrequenzen der Messröhren und kompensiert die Beeinflussung der Messergebnisse durch die Blasenströmung. (Broschüre S. 6)

Siloxan-resistenter Multipixel-Gassensor

Dr. Johannes Bühler, Dr. Matthias Merz, Dr. Roman Pavelko, Pernilla Andersson, Dr. Mirjana Banjevic, Dr. Cyrill Kuemin, Dr. Werner Hunziker, Dr. Felix Hoehne (Sensirion AG, Stäfa)

Mit dem SGP Multipixel-Gassensor bringt Sensirion mehrere Schlüsselinnovationen auf den Markt. Die Kerntechnologie des SGP - MOXSens® - macht den Sensor extrem widerstandsfähig gegenüber Kontamination durch Siloxane und ermöglicht so eine nie dagewesene Langzeit-stabilität und Genauigkeit. (Broschüre S. 7)

Thermometer mit automatischer in situ Kalibrierfunktion im Prozess

Harald Bründl, Torsten Iselt, Michael Korn, Christian Peuker, Christian Stöger, Alfred Umkehrer, Michael Völkl, Dr. Pavo Vrodljak, Peter Wiedemann (Endress+Hauser Wetzer GmbH + Co KG, Nesselwang); Patrick Grob, Jiri Holoubek, Fredy Klammsteiner, Dr. Jiri Polak, Dr. Florian Krogmann (Innovative Sensor Technology IST AG, Ebnat-Kappeln); Dr. Marc Schalles, Michael Pufke (Technische Universität Ilmenau)

Das itherm TrustSens TM37x ist ein Thermometer mit automatischer Kalibrierfunktion. In seinen Messeinsatz ist zusätzlich zum Widerstandssensor ein ferroelektrisches Referenzelement mit bekannter Curie-Temperatur als Temperaturnormal integriert. (Broschüre S. 6)

Sonderpreise für junge Unternehmen 

In der Sonderkategorie ‚Junge Unternehmen‘ konnten sich Unternehmen bewerben, die nicht länger als fünf Jahre am Markt sind, weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Euro erwirtschaften. Die Gewinner des Sonderpreises erhalten einen kostenfreien Messestand auf der SENSOR+TEST 2018. In diesem Jahr überzeugten zwei Entwicklerteams dieser Kategorie die Jury. 

Einen Sonderpreis erhält das Entwicklerteam um Dr. Matthäus Langosch (CeLaGo Sensors GmbH, Saarbrücken, und Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes), für die Entwicklung des ‚Dünnschicht-Folien-DMS‘. Dieser ermöglicht es Herstellern, flexible, hochempfindliche und applikationsspezifische DMS-Formen für sensitive, energiesparende und robuste Sensorsysteme einzusetzen.
 

Das Entwicklerteam um Houssam El Moutaouakil (SENVISYS, Saarbrücken) gewinnt in der Sonderkategorie für eine ‚Effiziente Sicherung von Bahnübergängen durch Vibrationsanalyse‘. Unterstützt durch künstliche Intelligenz ermöglicht die Vibrations-Sensorik eine effiziente und kabellose Bahnübergangssicherung. 

„In diesem Jahr waren wir wieder sehr erfreut über die vielen, qualitativ hochwertigen Bewerbungen, sowohl unter den Bewerbern um den AMA Innovationspreis 2018 als auch in der Kategorie ‚Junges Unternehmen‘. Insbesondere die zwei Unternehmensgründungen setzten sich deutlich vom restlichen Bewerberfeld dieser Sonderkategorie ab. Wir laden daher beide Teams ein, ihre Entwicklungen auf einem kostenfreien Messestand auf der SENSOR+TEST 2018 zu präsentieren“, sagt Professor Andreas Schütze, Juryvorsitzender von der Universität des Saarlandes. „Die vier nominierten Teams für den AMA Innovationspreis 2018 zeigen einerseits die Vielfalt der Entwicklungen und Lösungen, in denen innovative Sensorik und Messtechnik für den technischen Fortschritt richtungsweisend ist. Sie stehen aber auch für aktuelle Trends, hier insbesondere bei Sensoren für Smartphones und das Internet der Dinge: zwei nominierte Innovationen sind direkte Wettbewerber in diesem hochdynamischen Markt.“

Die Gewinner des AMA Innovationspreises 2018 werden am 26. Juni 2018 auf der Eröffnungsveranstaltung der Fachmesse SENSOR+TEST 2018 in Nürnberg bekannt gegeben. 

Die Übersicht aller Bewerbungen um den AMA Innovationspreis 2018  

AMA Innovationspreis 2018: Bewerbungen jetzt einreichen

Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik (AMA) lädt Forscher und Entwickler zur Bewerbung um den renommierten AMA Innovationspreis 2018 ein. Gesucht werden innovative Forschungs- und Entwicklungsergebnisse aus der Sensorik und Messtechnik. Einsendeschluss ist der 23. Januar 2018. 

 

Bewerben können sich Einzelpersonen und Entwicklerteams mit innovativen Forschungs- und Entwicklungslösungen, die eine erkennbare Marktrelevanz aufzeigen. Der AMA Innovationspreis ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert. Zusätzlich können sich Unternehmen um den Sonderpreis „Junges Unternehmen“ bewerben, wenn sie nicht länger als fünf Jahre am Markt sind, weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz unter 10 Millionen Euro erwirtschaften. Der Gewinner in dieser Kategorie erhält einen kostenlosen Messestand auf der SENSOR+TEST 2018. 

 

Der AMA Innovationspreis zählt zu den renommiertesten Preisen in der Sensorik und Messtechnik und wird seit 18 Jahren an innovative Köpfe verliehen. Ausgezeichnet werden die Entwickler persönlich, nicht die Institutionen dahinter. Die Jury besteht aus Branchenexperten aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Sie beurteilen die Bewerbungen im Hinblick auf die Neuigkeit und die wissenschaftliche Leistung, aber auch auf die voraussichtlichen Chancen im Markt.

 

Teilnahmebedingungen und Ausschreibungsunterlagen für den AMA Innovationspreis 2018 und die Sonderkategorie ‚Junge Unternehmen‘